Andreas Barth 2018-02-14T13:54:48+00:00

„Dreispross“ auf Elch und Auerhahn in Schweden

Andreas Barth, besser bekannt als Jagdblogger „Dreispross“, verfolgt in der Schwedischen Provinz Lappland gleich zwei Traumziele vieler Jäger. Mit seinem Merkel Bergstutzen B4 ging es mit großer und kleiner Kugel unweit der finnischen Grenze auf Elch und Auerhahn. Beim Elch hat es geklappt.

Die Gegend heißt Tornedalen und ist ein weites Tal, das vom Torneälv durchflossen wird. Das rund 6000 Hektar große Jagdrevier unweit der finnischen Grenze zählt zu den Elchkerngebieten – man kann davon ausgehen, dass hier pro 1000 Hektar mit einem Elch zu rechnen ist. Also statistisch gesehen sechs auf 6000 Hektar – keine Rede davon, dass hier an jeder Straßenecke der größte Hirsch der Erde lauert und darauf wartet, schwäbische Mittelklassewagen aus der Spur zu bringen. Elche sind selten – und sehr heimlich.

„Birken, die sich bewegen, sind keine Birken“

Die Jagdeinweisung erfolgt entsprechend eindringlich: Elche haben feine Lauscher und winden sehr gut. „Birken, die sich bewegen, sind keine Birken“ sagen die Schweden und meinen damit, dass der Elch trotz seiner Größe oft erst auszumachen ist, wenn er sich bewegt. Ohne die tapferen und unermüdlichen Elchhunde geht in diesen Weiten nichts. Dank Spurlaut und GPS Navigation wissen Jagdführer und Jäger, wo der Jagdhund den Elch herumtreibt – oder dass er dabei ist, ihn noch aufzustöbern. Potenzial zum Hören ist in den Weiten Schwedisch-Lapplands genug: hier herrscht himmlische Ruhe, weder Straßen- noch Fluglärm sind zu hören, Menschen gleich gar nicht.

Merkel Mood Bergstutzen B3 B4
Merkel FoM AB
Merkel FoM AB
Merkel FoM AB
Merkel FoM AB

Den Bergstutzen hat Dreispross mit Bedacht gewählt. Der Name führt ein wenig in die Irre – mit einem herkömmlichen Stutzen mit lauflangem Vorderschaft und kurzem Lauf hat das Gewehr nicht viel gemein. Der Bergstutzen ist eine Bockdoppelbüchse mit zwei unterschiedlichen Kalibern, einer großen und einer kleinen Kugel. In Schweden, wo die Zahl der Jagdgewehre pro Jagdscheininhaber gesetzlich limitiert ist, eigentlich ein ideales weil universelles Gewehr. Der Bergstutzen hat zwei Abzüge, damit der Schütze sicher bestimmen kann, welcher Lauf für die jagdliche Situation passt. Die Büchse hat für zwei Kaliber und zwei Abzüge nur ein Schloss – das ist ein Sicherheitsargument – nach dem Schuss muss das Schloss mit dem Spannschieber auf der Basküle neu gespannt werden.

Dreispross hat seinen Jagdfreund Volker an seiner Seite; dieser hat ihn vor Jahren zur Jagd gebracht. Sie marschieren, pirschen, locken und staunen während ihrer Lapplandtour: Über die Naturlandschaften, wie man sie sonst nur aus dem Fernsehen kennt, aber auch über die unglaubliche Ausdauer der Elchhunde, die in der Einöde mit ihren Pfoten unermüdlich Kilometer zurücklegen. Das Leben auf der Jagd ist naturnah: Mit Birkenrinde und Feuerstein wird das Lagerfeuer entzündet, der Durst wird auf der Strecke aus fließendem und stehendem Gewässer gestillt, gekocht wird im Freien in der Muurikka, einer schwedischen Kochpfanne, die es nicht bei Ikea gibt. Swerros und Knotten nerven – die allgegenwärtigen geflügelten Blutsauger heißen so in Schwedisch Lappland. Dennoch skandinavisch unverzichtbarer Komfort in jeder Hütte: kühles Bier und heiße Saunen.

Als am vierten Jagdtag immer noch kein Elch zu sehen ist, macht sich bei den Jagdgästen und den Gastgebern etwas Ernüchterung breit. Andreas folgt seinem Jagdführer dann in einer extraleisen Querfeldein-Pirsch durch die Wildnis. Fuß um Fuß wird mit Bedacht gesetzt. Bill, der norwegische Elchhund, stöbert frei um die Jäger herum. Der Jagdführer ahmt den nasalen Kontaktlaut eines Elches nach. So gelockt schiebt sich tatsächlich eine dreijährige Elchkuh ohne Kalb aus der Birkendickung. Der Schuss sitzt, aber das Alttier geht ab und Andreas setzt einen Folgeschuss mit der kleinen Kugel. Der Elch gilt als schusshart – aber die Jagd findet ein gutes Ende: Der Lohn der Pirsch sind 130 Kilogramm bestes Wildbret bei rund 230 Kilogramm Lebendgewicht.

Um das Stück aus dem Wald zu bekommen, benutzen die Jagdführer eine Pulka, eine schwere Schlepp-Plane, die sie hinter einem Quad befestigen. Damit lassen sich auch längere Passagen bewältigen, ohne das Wildbret zu entwerten. In der Wildkammer wird das Stück aus der Decke geschlagen – die zwei Jagdführer und ihre deutschen Helfer benötigen dazu einige Stunden. Die Fleisch-Reifung erfolgt dann ohne Kühlung – es ist kühl genug. Der Elch wird in Nordschweden in der Jagdgenossenschaft nahezu komplett verwertet. Die Jagdgäste lassen sich am Abend die Elchleber schmecken.

Tags darauf bekommt auch Volker seinen Elch: Ein Jagdführer hat einen jungen Bullen erlegt und die Schweden holen Quad und Pulka, um die Beute zu bergen. Die norwegischen Elchhunde begleiten das Gespann auf dem Rückweg, machen selbstständig einen Elch aus und arbeiten dessen Fährte. Nach zweistündiger Pirsch und viel unterstützender Hundearbeit erlegt Volker dann seinen Elchbullen, einen Sechser. Ein sehr emotionaler Moment auch für den erfahrenen Jäger: „Es ist mein erster Elch – und vielleicht auch mein letzter. “ Entspannung im Paradies. Man soll immer aufhören, wenn es am Schönsten ist. Und das mit dem Auerhahn? Dafür hat die B4 schließlich die kleine Kugel! Das wurde auf das nächste Abenteuer im hohen Norden verschoben.

Andreas Barth / Deutschland

Der 42-jährige lebt in Norddeutschland und ist hauptberuflich Polizist – nebenher betreibt er einen Jagdblog. Dabei entdeckte er die Jagd erst vor weniger als zehn Jahren für sich. Keine zehn Fahrminuten von Zuhause, in Revieren in Schleswig-Holstein, jagt er dort in seiner Freizeit – am liebsten Schwarzwild. Immer mit dabei: der Bergstutzen B4 von Merkel.

Wie kamst du zum Jagen?
Andreas:
Als Kind habe ich den Großteil meiner Ferien in Mecklenburg bei meinen Großeltern verbracht. Sie lebten in einem Walddorf und waren selbst Forstarbeiter. So erlebten wir als Kinder unsere Abenteuer im angrenzenden Waldgebiet in der Nossentiner Schwinzer Heide; übrigens sehr zum Leidwesen des örtlichen Jägers. Dieser schaffte es eben nicht die Affinität für die Natur zu tolerieren, sondern machte seinem Ruf als bewaffneter Trunkenbold und Choleriker alle Ehre. Das als Kind erworbene Bild vom einem Jäger war so lange Jahre für mich geprägt. 

Erst vor weniger als zehn Jahren schaffte es ein Freund mich vom Gegenteil zu überzeugen. Ein Ansitz an einer Waldwiese und der Anblick von einem in die Jahre gekommenen Rothirsch im warmen Licht der Abendsonne weckten schlussendlich die Sehnsucht der Natur und dem Wild so nah sein zu können, wie ein Jäger. Dieser Freund nahm mich auch weiter unter seine Obhut, nachdem ich den Jägerbrief in der Hand hielt. Die Passion für die Schwarzwildjagd übertrug sich dabei. Und auch jetzt noch jage ich als Begehungsscheininhaber in seinen beiden Revieren in Schleswig-Holstein, nördlich von Hamburg. Keine zehn Fahrminuten trennen mich von beiden Feldrevieren und wenn es die Zeit erlaubt, bin ich dort und genieße die Lebenszeit.

Was ist deine bevorzugte Jagdart?
Andreas: Jede Jagdart hat für mich seinen Reiz. Die Pirsch- oder Lockjagd finde ich interessant, weil das eigene Können noch mehr über den Jagderfolg entscheidet.

Was und wo jagst du am liebsten?
Andreas: Die Jagd auf Schwarzwild ist für mich Ansporn und jagdliche Befriedigung zugleich. Wenn ich allein jagen möchte, fühle ich mich im heimatlichen Revier am Wohlsten. Bei meinen bisherigen Jagden in anderen Regionen Deutschlands, in Ungarn oder Schweden gab es immer neue Dinge zu entdecken und Gleichgesinnte zu treffen. Das macht für mich auch einen Reiz aus, unter anderem die Jagd gemeinsam zu genießen.

Hast du ein jagdliches Traumziel?
Andreas: Nicht nur ein Ziel. Tatsächlich gebe es noch mehr als einen Traum, den ich jagdlich erleben möchte. So zum Beispiel die Lockjagd auf einen Wapiti, die Steinbockjagd oder die Fotojagd in Afrika.

Was ist dein Lieblingskaliber?
Andreas: .30-06 Spring.

Zum Abschluss: Dein jagdlicher Leitspruch?
Andreas: Es ist ein Privileg der Natur so nah sein zu können, wie wir Jagenden.

Merkel FoM Portraet Andreas Barth

Bergstutzen B4

> mehr