Lukasz Dzierzanowski 2018-02-13T17:40:07+00:00

Keine Faustregel: Jede Nachsuche ist anders

Nachsuche weltweit – und dazu das richtige Gewehr: Im polnischen Opole (Schlesien) wohnt der 38-jährige Hochschullehrer, Jagdjournalist und Ausrüstungstester Lukasz Dzierzanowski – er bringt es mit seinem Bayerischen Gebirgs-Schweißhund „Dozent“ auf 40 Nachsuchen im Jahr. Frank-Wolf Dahlem ist Förster in Hannover und einer der erfahrensten Schweißhundführer Deutschlands. Brix und Ali heißen seine Hannoverschen Schweißhunde; das Gespann rückt in guten Jahren zu 200 bis 250 Schalenwild-Nachsuchen aus. Beide Jäger führen im Einsatz die Helix Tracker.

Jägern ist es ja meist unangenehm, wenn sie ein Nachsuchegespann rufen müssen – wie kann man ihre Arbeit erleichtern?
Frank-Wolf: Ich sag’ mal pragmatisch: rufen Sie bitte nicht zwischen 22 und 6 Uhr an, denn es heißt Nachsuche und nicht Nachtsuche. Außerdem brauchen auch Nachsuchengespanne ihren Schlaf. Wir kommen beim ersten Tageslicht, da macht es Sinn.
Lukasz: Wir halten es genauso. Nachts ist es zu gefährlich. Ein sicherer Schuss ist nicht anzutragen und einem waidwunden Keiler will man nachts nicht begegnen.

Wenn das Stück nicht im Feuer- und nicht im Sichtfeld liegt, geht jeder Jäger doch automatisch an den Anschuss. Ist das für Sie in Ordnung?
Frank-Wolf: Der Jäger sollte den Anschuss kennen und auch wissen, wie das Stück im Feuer gezeichnet hat. Grundsätzlich ist gegen ein „Nachsehen“ auch nichts einzuwenden, wenn nicht alles zertrampelt wird.
Lukasz: Es ist eine Entscheidung, die im Einzelfall getroffen werden muss: Treffpunktlage, Schnitthaar oder Ausschuss, Schusszeichen und wie das Stück abgegangen ist – all das spielt eine Rolle bei der Entscheidung, ob und wie nachgesucht werden soll. Frank-Wolf: Da habe ich eine Anmerkung: Bei der Interpretation der Schusszeichen ist es mir persönlich recht, wenn ich das alleine und ohne vorgefertigte Deutungen machen kann. Sprich: Meist hat der Nachsuchenführer mehr Erfahrung. Es ist wie beim Arzt: man sollte ihm die Symptome schildern, aber ihm die Diagnose überlassen.

Gibt es eine Faustregel für Nachsuchen?
Frank-Wolf: Faustregel ist zu viel gesagt. Wenn schusshartes Wild wie Hirsch oder Sau nicht im Sichtfeld liegt und keine Schweißfährte auszumachen ist, dann würde ich dazu raten, das Nachsuchengespann anzufordern. Und zwar unabhängig davon, was am Anschuss gefunden wird. Ich habe einen Hirsch mit eindeutigem Lungenschuss nachgesucht – der ist noch kilometerweit gelaufen. Beim weniger schussharten Reh sieht die Sache anders aus und noch mal ganz anders, wenn ein halbwegs brauchbarer Jagdhund da ist, um das Umfeld abzusuchen. Aber ohne Hundenase kommt man oft nicht weit.

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Lukasz Dzierzanowski

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Frank-Wolf Dahlem

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Wie läuft die Nachsuche ab?
Frank-Wolf: Wenn das Nachsuchengespann eintrifft, geht es am Anschuss los. Es ist klar definiert, wer den Fangschuss abgibt: der Nachsuchenführer und nicht der begleitende Ortskundige. Es gab da in der Vergangenheit immer wieder unangenehme Erfahrungen, wenn der begleitende Jäger plötzlich einen Revolver aus der Tasche zieht oder eine Schützenlinie abgestellt wurde, der man dann überraschend über den Weg läuft.
Lukasz: In Polen gibt es für Jäger keine Kurzwaffen. Mir persönlich ist das auch zu viel Aufwand: GPS, Gewehr, Leine, Messer, Hund – und dann auch noch eine Kurzwaffe, deren Bedienung ich ja auch immer wieder üben muss. Das kurze Gewehr ist sicherer und die Tracker ist mit den Biathlonriemen ganz einfach auf dem Rücken zu tragen.
Frank-Wolf: Das sehe ich ähnlich. Man muss mit der Waffe, die man nutzt, auch versiert umgehen können. Aus Sicherheitsgründen muss klar sein, dass nur der Nachsuchenführer den Fangschuss anträgt – der Rest ist unbewaffnet. Ich habe meine kurze Helix Tracker dabei und ein langes Abfangmesser.

Was sagen Sie zur Helix als Nachsuchenwaffe?
Frank-Wolf: Ich war skeptisch, und zwar wegen eines Details: Der Kammerstängel sitzt ja in dieser Führungsschiene und die ist offen. Wir stiefeln mit dem Gewehr durch tiefstes Unterholz und für mich war schwer vorstellbar, dass Nadeln und Ästchen, wenn sie da hineingeraten, nicht die Funktion behindern.

Und? Skepsis beseitig?
Frank-Wolf: Erstaunlicherweise vollauf. Was da reinfällt, fällt auch wieder raus oder behindert jedenfalls die Funktion nicht. Das Gewehr ist wirklich robust, man kann sich darauf verlassen. In der Praxis benutze ich als Optik ein Micro-Aimpoint – das passt gut zur schnellen, kurzen Helix Tracker. Mir war der Kunststoffschaft mit der Patrone 9,3 x 62 zu leicht, ich habe mir dann einen unempfindlichen Schichtholzschaft mit mehr Masse zugelegt, das dämpft den Rückstoß. Und außerdem bin ich berufsbedingt lieber mit Holz unterwegs und finde so einen Schichtholzschaft auch ästhetischer.
Lukasz: Das Gewehr hat mir während der Erprobung sehr gut gefallen, ich führe es jetzt mehr als ein Jahr ohne Probleme im selben Kaliber wie mein Kollege hier und auch mit einem Aimpoint. Ich nutze die Tracker auch auf Drückjagden, dann allerdings häufig mit einem Zielfernrohr. Für mich als Nachsucheführer immer noch das stärkste Argument: Ich kann die Waffe dank Handspanner geladen sicher führen. Oder anders formuliert: Ich habe meine Doppelbüchse verkauft – die Helix ist weitaus praktischer.

Ohne zu schmeicheln: das ist ein Knochenjob, den Sie da ehrenamtlich machen. Was kann man ihnen gutes tun, wenn Sie angerückt sind?
Lukasz: Ach, das liebe Geld! Es ist tatsächlich viel Aufwand, Schweiß und Müh. Manchmal ist man drei, vier Stunden unterwegs, manchmal ohne Ergebnis. Ich meine: Das sind ja nicht nur gute Erfahrungen, die man macht.
Frank-Wolf: Wir fahren in Niedersachsen bis zu 80 Kilometer weit, das kostet Sprit. Wir gehen kilometerweit – in manchen Jahren marschiere ich zwei Paar Gummistiefel durch. Und auch wenn ich und die Hunde das Nachsuchen gerne machen: Eine Aufwandsentschädigung freut jedes Nachsuchengespann – auch wenn wir uns beim Beziffern ebenso schwer tun wie der Nutzer unserer Dienstleistung.

Reden wir von 50 oder von 500 Euro?
Lukasz: Es ist eine Frage der Etikette. Bei uns in Polen geht die Tendenz eher Richtung 50 Euro. Frank-Wolf (lacht): Genau. Das deckt die Kosten und ist eine kleine Anerkennung.

Lukasz Dzierzanowski / Polen

Der 40-jährige Lukasz Dzierzanowski wohnt im polnischen Opole (Schlesien) und ist Hochschullehrer, Jagdjournalist, Ausrüstungstester und Schweißhundführer. Mit seinem Bayerischen Gebirgs-Schweißhund bringt er es auf 40 Nachsuchen im Jahr. Immer mit dabei: Seine HELIX Tracker.

Wie kamst du zum Jagen?
Lukasz:
Durch meinen Vater und meinen Großvater. Schon als Kind bin ich immer mit dabei gewesen.

Was ist deine bevorzugte Jagdart? 
Lukasz:
Je nach Saison – ich mag jede Art zu Jagen.

Was und wo jagst du am liebsten?
Lukasz: Rehwild und Schwarzwild, am liebsten jage ich Zuhause – in Schlesien. Es ist aber immer spannend neue Reviere kennen zu lernen.

Hast du ein jagdliches Traumziel?
Lukasz: Ja, die Büffeljagd.

Was ist dein Lieblingskaliber?
Lukasz: 9.3×62

Zum Abschluss: Dein jagdlicher Leitspruch? 
Lukasz:
Die Jagd muss schön sein.

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